Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglücke – Das Jahr 2011 beginnt mit Katastrophen ungeahnter Ausmaße. Dies sollte uns Allen die Augen öffnen, so Vorstand Mayer in seiner Eröffnungsrede. Wir müssen unsere verschwenderische Lebensweise und nach Gewinn orientierende Politik auf Kosten der natürlichen Ressourcen ändern. Hier bekommt die Forstwirtschaft eine einzigartige Chance ihre gesellschaftspolitische Leistung bei der Bevölkerung besser hervorzuheben. Dabei ist Artenvielfalt und Holznutzung kein Wiederspruch. Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen können auf einer Fläche erfüllt werden. So ist es unverantwortliche, wenn Naturschützer Waldflächen aus der Nutzung nehmen. Gerade die privaten Waldbesitzer erbringen schon lange vor Einführung der PEFC Zertifikate ihre Leistungen zum Erhalt der Wälder.

Angesichts der Bemühungen zu einem naturnahen Waldaufbau, sind angepasste Wildbestände eine wichtige Voraussetzung für dessen Erfolg. Wo Schalenwildbestände zu hoch sind, entstehen waldbauliche und wirtschaftlich relevante Verbiss, Fege- und Schälschäden. Dabei hat die Forderung nach angepassten Wildbeständen nichts mit Wildfeindlichkeit zu tun. Wald vor Wild ist kein „Kampfbegriff“, sondern eine Grundlage: Das Wild braucht den Wald und Wald ohne Wild will niemand. Wir brauchen keine Polemik sondern endlich ein entscheidendes Handeln für den Wald. Auch im Hinblick auf den Klimawandel, spielt neben den heimischen Laubbäumen die Verbiss empfindliche Tanne eine größere Rolle.

Dazu referierte auch Dr. Martin Kennel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in einem kurzen Bericht über die Weiterentwicklung des forstlichen Gutachtens zur Waldverjüngung, welches im Jahre 2012 erscheint.

Der Holzmarkt entwickelte sich aus der Sicht der Waldbesitzer im vergangen Jahr positiv und durch die hohen Preise wird die Möglichkeit der Holzmobilisierung verbessert. Bei den guten Preisen sollten notwendige Durchforstungs- und Pflegeeingriffe vorgenommen werden, so Herr Mayer. Dazu steht die WBV mit ihren Waldwarten und die zuständigen Revierförster bereit. Zudem gilt auch heuer wieder frühzeitig mit dem Frischholzeinschlag zu beginnen.

Rückblickend war das Jahr 2010 für die WBV Wasserburg-Haag e.V. erfolgreich. Insgesamt wurden über den Verein und seine Tochter 98.022 Fm vermarktet. Davon gingen 49.143 Fm an hiesige Sägewerke. Der Hackschnitzanteil betrug ca. 20.000 Srm und es werden derzeit zehn Anlagen versorgt. Es befinden sich 1813 Mitglieder in der WBV und die Waldfläche beträgt 11.334 ha.

Martin Neumaier lieferte den Kassenbericht. Gegenüber den Einnahmen von 320.181 Euro standen Ausgaben von 231.861 Euro. „Damit steh die WBV auf sehr gesunden Füßen“, so sein Fazit.

Grußworte erfolgten von Landrat Josef Neiderhell, Bürgermeister Josef Huber und der Waldkönigin Anna Fauth, welche zur Veranstaltung gratulierten. Annemarie Biechl brachte einen Topfenstrudl aus der Eröffnung des Michfrühlings in Rosenheim mit und spendierte diesen den Mitgliedern und Gästen der WBV. Der Vorsitzender Josef Spann vom Bayerrischen Waldbesitzerverband wandte sich in seiner Rede gegen überzogene Naturschutzforderungen und der Geschäftsführer der bayerischen WBV, Hans Baur, sah erfreulicherweise mehr „ jüngere Leute“ in den Wäldern.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Festrede von Herrn Phillip Frhr. V. Guttenberg, Präsident der Deutschen Waldbesitzer, zum Thema „Die Rolle der Waldbesitzer im Internationalen Jahr der Wälder“

v.l. Rupert Mayer, Philipp Frhr. v. Guttenberg, Waldkönigin Anna Fauth

 

Er wies vor allem auf die aktuellen Entwicklung und deren Folgen für die privaten und kommunalen Waldbesitzer hin. Zu der Forderung des Naturschutzbundes zur Stillegung von rund 500.000 ha sollen nun noch über 200.000 ha Wildnisgebiete hinzukommen, so Herr Guttenberg. Dem gegenüber stehen aber Studien, die bereits 2020 eine Versorgungslücke von 30 Mio fm nur in Deutschland prognostizierten. Man würde zudem bei einer Stillegung von 500.000 ha, 45.000 Beschäftigte auf die Straße schicken und der Druck durch die Holznutzung auf Tropenwälder steige, sodass diese nicht bewahrt werden. Das Rezept zu diesem Konflikt ist die multifunktionale, nachhaltige Forstwirtschaft. Das bedeutet laut Herrn Gutterberg, dass „auf der selben Fläche Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen gleichzeitig verfolgt, die Eigentümerinteressen beachtet, die waldbaulichen Ziele und Methoden mit den ökologischen Erfordernissen und den ökonomischen Möglichkeiten in Übereinstimmung gebracht werden. Und es wird angestrebt, den nachfolgenden Generationen mindestens ebenso viel Nutzen aus dem Wald zu sichern, wie uns momentan zur Verfügung steht.“ Dabei entscheidet sich seiner Meinung nach viel in den nächsten zwei Jahren in der EU und er machte darauf aufmerksam, dass die eigene Interessenvertretung durch drei Mann oft gegen weitaus größere Gruppen ankämpfen müsste. So appellierte er an die Waldbauern, sich zukunftsorientiert zu engagieren, da man einen Schatz in den Händen halte.

Am Ende der Veranstaltung wurden neben zahlreiche Sachpreise auch acht Kettensägen verlost, welche alle einen glücklichen Gewinner fanden. Dazu ein herzliches Vergelt's Gott an alle Spender.

 

Spenderliste:

 

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg am Inn

Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth e.G.

Fa. Johann Stecher, Wörlham , Griesstätt

Fa. Haas Fertigbau GmbH, Unterzaun, Massing

Fa. Zunhammer, Frieberting, Schonstett

Fa. Troger Holz, Sägewerk, Pirchat, Vomperbach-Tirol

Fa. Lallinger Schmierstoffe GmbH, Schechen

Fa. Zenz Energieversorgung GmbH & Co.KG, Lengmoos, Gars

Fa. Georg Baumgartner, Sägewerk, Monham, Polling

Fa. Konrad Freitsmiedl, Sägewerk, Prast, Engelsberg

Fa. Konrad Auer, Kirchensur

Fa. Hermann u. Müller GmbH & Co.KG, Säge- und Holzfachmarkt, Bruckl-Österreich

Fa. Obermeier GmbH, Holzwerk, Schwindegg

Fa. Weiß-Holzwerk GmbH, Bruckmühl, Julbach

Maschinen- und Betriebshilfring Rosenheim e.V.

Fa. Hans Wohlmuth, Schützen , Steinhöring

Fa. Blaha Forstpflanzen, Großkarolinenfeld

Fa. Fritz Egger GmbH & Co.KG, Wörgl-Österreich

Fa. UPM GmbH, Augsburg

Fa. Maillinger GmbH, Holztransporte, Ebersberg

Gasthaus Heitmayer, Schonstett

Fa. Pfeiffer Holzindustrie GmbH u. Co.KG, Imst-Österreich

Lohnunternehmer Peter Aringer, Pertelsham , Babensham

Fa. MD Papier GmbH & Co.KG, Plattling

Forstdienstleistung Mayer u. Soller GbR, Babensham

 

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