47 Mitglieder der WBV Wasserburg-Haag nahmen an der diesjährigen Herbstlehrfahrt nach Klosters im Engadin, Kanton Graubünden teil. Die Fahrt führte über Innsbruck und Landeck nach Chur, der Landeshauptstadt von Graubünden. Nachmittags konnten wir an einer Stadtführung durch die ehemalige Bischofsstadt teilnehmen. Dabei wurde uns die Geschichte und Entwicklung der Stadt von der ursprünglichen römischen  Provinz Rhätien über die Reformation und Gründung des Landes Graubünden auf interessante Weise dargeboten. Ein besonderes Erlebnis war der Rundgang durch die Kathedrale St. Maria Himmelfahrt. Der Bischof der Diözese Chur wurde erstmals im Jahr 451/452 urkundlich erwähnt. Man kann davon ausgehen, dass die erste Kathedrale schon um das Jahr 450 erbaut wurde. Noch heute spricht man in dieser Gegend rätoromanisch und deutsch, weiter südlich italienisch. Die Stadt wurde mehrfach von der Pest heimgesucht und durch Brände und Überflutungen des Pressur beschädigt und teilweise zerstört. Zum Wiederaufbau wurden auswärtige Handwerker eingesetzt, die mit der für sie eigenartigen Sprache nicht zu Recht kamen und sie damals Kauderwelsch nannten.Abends wurde Quartier in Klosters genommen. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zusammen mit unserer einheimischen Reisebegleitung über den Julierpaß (2284 m ) der gleichzeitig die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau(Inn) darstellt, nach Silvaplana.

Von dort ging es weiter zum Malojapaß. Bei der Ortschaft Sils Maria entspringt der Inn, fließt von hier Richtung St. Moritz weiter nach Norden und dann Richtung Innsbruck. Dabei speist er mehrere Seen. Die Gebirgsbäche und Stauseen in der Schweiz werden weitgehend zur Stromgewinnung eingesetzt, zwei Atomkraftwerke ergänzen den Bedarf. Die Bergwälder bestehen vorwiegend aus Fichte, Tannen und Lärchen und gebietsweise auch Kiefernreinbeständen. Hier gibt es auch Arven (Zirbelkiefer), aus deren wohlriechenden Zapfen bzw. Kernen  Kissenfüllungen und Mittel zur Schlafförderung gewonnen werden. Die Steilhänge werden regelmäßig durch abgehende Lawinen beschädigt. Wie wir noch erfahren konnten wird im Kanton Neuenburg seit ca. 100 Jahren Waldbau durch die Befürwortung des Plenterprinzips betrieben. Die Plenterung bildet die Methode zur Behandlung von Plenterwald. Ihr Ziel ist die dauernde Erhaltung der Waldstruktur in einem ausgewogenen Gleichgewichtszustand, was durch gleichzeitige Eingriffe in alle Bestanddesschichten – immer einzelstammweise, nie flächend – erreicht wird. Ein Plenterwald ist ein stufiger und gemischter Wald, der sich aus den standortheimischen Baumarten zusammensetzt und in dem Bäume aller Art – vom Sämling bis zum starken Altholz – leichzeitig in engem Zusammenleben aufwachsen.

Nach kurzer Besichtigung des noblen Wintersportortes St. Moritz fuhren wir mit unserem Bus nachmittags zum Bahnhof in Pontresina (1774m) zur Berninabahn. Auf der Fahrt Richtung Italien über den Berninapaß (2253m) mit der Rhätischen Eisenbahn konnten wir von hoch oben die Bergwelt der 3- und 4-Tausender mit ihren Gletschern bewundern. Endstation der Bahnfahrt für uns war der Talort Poschiavo (1014m) .

Am Sonntag war noch genügend Zeit bei einheimischen Bauern Bergkäse einzukaufen. Bei den Gesprächen war deutlich zu erkennen, dass der Landwirtschaft in der Schweiz eine besondere Bedeutung für den Erhalt der Landeskultur und hochwertiger Erzeugung von Lebensmittel zukommt. Die Heimreise ging wegen über Nacht eingesetzter Schneefälle über Vaduz, Bregenz und Lindau  durch das Allgäu nach Rosenheim und Wasserburg.

Rudolf Angerer/Rupert Mayer

 

 

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