Pressemitteilung des Bayerischen Waldbesitzerverbandes

 

„Wir wirtschaften grüner“ lautet das Motto von Verbänden der Waldbesitzer und Holzwirtschaft in Bayern im Vorfeld des Deutschen Aktionstages Nachhaltigkeit am 4.6.2012 und mit Blick auf die bevorstehende internationale UN-Konferenz „Rio + 20“. Sie appellieren an Politik und Gesellschaft für eine bessere Anerkennung der heimischen, nachhaltigen Forstwirtschaft als Zukunftsmodell für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. „Wenn weltweit eine grüne Wirtschaft zur Lösung vieler Probleme gesucht wird, kann die Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland voller Selbstbewusstsein ihr Modell präsentieren, das Antworten auf Fragen des Klimaschutzes, der sozialen Gerechtigkeit und eines verträglichen Wirtschaftswachstums gibt.“

 

München, 01.06.2012. Dies betonten die Präsidenten des Waldbesitzerverbandes, des Bauernverbandes, der Sägeindustrie und des Zimmererhandwerks in Bayern bei einer Pressekonferenz am 1. Juni 2012 in München. Die Klimaschutzpolitik auf nationaler wie auch internationaler Ebene blendet die Bedeutung dieser Leistung jedoch aus. „Damit werden die Möglichkeiten verkannt, durch eine verstärkte Verwendung des CO2-neutralen Werkstoffes und Energieträgers Holz, diesen für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum zu nutzen“, sagten die Verbandsvertreter. Sie forderten von Politik und Gesellschaft die Schaffung von Rahmenbedingungen, die Holzerzeugung, seine Verarbeitung und Verwendung förderten und optimierten.

 

Die Waldfläche in Deutschland wie auch im Freistaat nimmt kontinuierlich zu und leistet neben ihrer Rolle als Wirtschaftsfaktor einen umfassenden Beitrag zur biologischen Vielfalt. Der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Sepp Spann sagte: „In Bayerns Wäldern gibt es über 60 verschiedene Baumarten, und der Laubholzanteil nimmt kontinuierlich zu. Die ökologisch wertvollen Altbestände haben sich in den letzten 40 Jahren fast verdoppelt. Auf jedem Hektar Wald in Bayern sind 13 m3 Totholz zu finden, was Grundlage für eine hohe Biodiversität ist. Diese Entwicklung kann in die multifunktionale Forstwirtschaft integriert werden, die Arbeitsplätze schafft sowie den Waldbesitzern ein finanzielles Auskommen und der Holzwirtschaft die ausreichende Versorgung mit heimischem Holz ermöglicht. Eine zu starke Reglementierung der Waldwirtschaft oder gar Flächenstilllegungen würden das Interesse der Waldbesitzer an ihrem Eigentum dagegen schwächen und damit das Prinzip einer umfassend nachhaltigen Waldwirtschaft gefährden. “

 

Der Vize-Präsident des Bezirks Oberbayern des Bayerischen Bauernverbands, Wolfgang Scholz, hob die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft als unverzichtbar zur ländlichen Entwicklung und zu einer hohen Lebensqualität in Bayern hervor: „Der Wald ist für viele Landwirte eine wichtige Ergänzung und liefert den auch in der Landwirtschaft wichtigen Werkstoff und Energieträger Holz. Die Bewirtschaftung der  Bauernwälder ist nur gesichert, wenn hiermit auch ein Einkommen erzielt werden kann.“

 

Der 1. Vorsitzende des Sägewerksverbandes, Peter Fickler, betonte: „Holzverwendung bedeutet aktiven Klimaschutz. Der Pro-Kopf-Verbrauch muss daher von heute knapp 0,2 Kubikmeter deutlich gesteigert werden, wenn alleine der europäische Wert von 0,3 Kubikmetern erreicht werden soll. Hierfür gibt es mehr Möglichkeiten als der Verbraucher denkt. Der moderne Werkstoff und Energieträger ist nahezu universell einsetzbar.“

 

Der Präsident des Bayerischen Landesinnungsverbandes des Zimmererhandwerks, Peter Aicher, erklärte: „Das holzverarbeitende Gewerbe bietet viele Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum. Rund 190.000 Menschen leben von der Forst-  und Holzwirtschaft sowie dem daran angelagerten Handwerk und Handel. Der Gesetzgeber muss Rahmenbedingungen schaffen, um die Verwendung von Holzprodukten zu fördern.

 

Prof. Dr. Gerd Wegener wies auf die unterschätzte Rolle von Wald und Holz als Kohlenstoffspeicher hin: „Alleine Bayerns Wälder mit ihrem Holzvorrat von einer Mrd. Kubikmeter speichern 900 Mio. Tonnen Kohlendioxid (CO2), was der CO2-Emission von ganz Deutschland entspricht!“ Nach seiner Verarbeitung zu Holzprodukten wird die klimaschützende Funktion fortgeführt. „Wer in einem modernen Holzhaus wohnt, kann seine Klimabilanz über das dort gespeicherte CO2 acht Jahre ausgleichen“, sagte Wegener. Durch den Einsatz von Holz könnten zudem Energie- und kohlenstoffintensiv zu erzeugende Baustoffe eingespart werden. Angesichts dieser hervorragenden Eignung als „Klimaschützer“, betonte der Clustersprecher, müssten politische Entscheidungsträger auf allen Ebenen den Einsatz von Holzprodukten forcieren, am besten bei der Holzbauquote, wo im Vergleich zu Österreich oder den skandinavischen Ländern noch Nachholbedarf bestehe. „Auch wenn in Bayern mittlerweile jedes fünfte Gebäude in Holzbauweise errichtet wird, besteht hier noch Entwicklungsbedarf“, bekräftigte Wegener.

 

Eingangs berichteten Waldbesitzer Johann Stadler (Eichstätt), Bürgermeisterin und Sägerin Christine Weinmüller (Igling) und Zimmerermeister Georg Rottmüller (Bad Aibling) über ihren persönlichen Bezug zu Wald und Holz durch die tägliche Arbeit. Dabei wurde deutlich, dass der heimische Wald als werthaltiges Eigentum auch für die kommenden Generationen geschätzt wird, genauso wie als Klimaretter sowie als Grundlage für regionale Wirtschaftskreisläufe im ländlichen Raum.

 

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Der Bayerische Waldbesitzerverband e.V. ist die Interessensvertretung des Waldbesitzes in Bayern. Rund 2,5 Millionen Hektar und damit 36 % der bayerischen Landesfläche sind bewaldet. Davon nimmt der Privatwald 58 %, der Körperschaftswald 10 %, der Staatswald 30 % und der Bundeswald einen Anteil von 2 % ein.

 

 

 

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