Das Jahr 2009 wird als das schwerste Krisenjahr seit den Zwischenkriegsjahren in der Geschichte eingehen. Gier und Habsucht von Wirtschaftsbossen, Bankern und Managern haben dies weltweit zu verantworten. Gewinne werden für sich einverleibt, Verluste trägt die Allgemeinheit.
In den ländlichen Gebieten haben wir dies nicht so massiv gespürt, da vor allem Sanierungsmaßnahmen und staatliche Programme noch für volle Auftragsbücher bei den Handwerksbetrieben gesorgt haben.

Das Problem besteht in der massiven Verschuldung der
öffentlichen Haushalte und den daraus resultierenden langfristigen Folgen. Aber auch bei uns Bauern ist die jüngste Entwicklung nicht spurlos vorüber gegangen. Mindereinnahmen von bis zu 30 % können Betriebe um ihre Existenz bringen. Sämtliche Diskussionen über Marktregulierung und über Mengensteuerungssysteme sind überflüssig.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Markt über Angebot und Nachfrage den Preis festsetzt. Denn die überwiegende Mehrheit der EU Staaten wollen keine Mengensteuerung, sondern den freien Markt. 

Auch auf dem Holzmarkt hat sich dies systematisch gezeigt. Die Überkapazität von Schnittholz aus dem Jahr 2008 mussten im ersten Quartal 2009 aufgrund des weltweiten Konjunktureinbruches zu Spottpreisen verkauft werden. Die Folge war zeitgleich ein Preisdruck auf die Rundholzpreise. Die Sägeindustrie war bemüht, ihre Einschnittsmengen zu reduzieren und der Nachfrage anzupassen. Auch mussten leider einige Sägewerke Insolvenz anmelden, da viele Firmen keine Eigenkapitalbildung mehr anlegen, sondern nur noch von Bankkrediten finanziert werden.

Erst im dritten Quartal stieg der Bedarf an Rundholz wieder an. Geringer Kalamitätanfall und geringe Holzeinschlagsbereitschaft der Waldwirtschaft haben ab September zu einer Stabilisierung und Erholung der Rundholzpreise geführt.
Die WBV hat versucht, ihre Kunden mit ausreichendem Rundholz zu versorgen. Denn wir müssen immer im Auge halten, dass wir bei wiederkehrenden Stürmen froh sind, gesunde Betriebe als Partner zu haben, die dann auch die anfallenden Holzmengen verarbeiten können.

Aufgrund der Prognose im Frühherbst 2009 über intensive Holzeinschläge im Winterquartal, habe ich auch angemessene Verträge abgeschlossen. Dadurch ist es uns auch noch möglich, problemlos alle Holzarten vertraglich unterzubringen. Egal ob Langholz oder Abschnitte.
Wir haben im laufenden Winterquartal ca. 15.000 Einheiten Holz zur Vermarktung von unseren Mitgliedern angeboten bekommen. Dabei ist festzustellen, dass sehr viel Starkholz dabei war, nicht selten in Dimensionen, die fast kein Säger mehr schneiden kann .
Dies ist auch e
n Zeichen dafür, dass in unseren Wäldern noch ein immenser Holzvorrat steht und der jährliche Zuwachs in keiner Weise genutzt wird. 
Auch für dieses Jahr gilt: Jungdurchforstungen durchführen – hier sind die Wiebkeflächen von 1990 betroffen und im Sommer sollte wieder rechtzeitig mit bedarfsgerechtem Holzeinschlag begonnen werden.

Wie schnell Erwartungen auf Spitzenpreise zunichte gemacht werden, haben wir die letzte Woche durch Sturmtief Xynthia erlebt. Unser Gebiet hier wurden wir glücklicherweise verschont.

Darum gilt als Motto immer: Wer auf den höchsten Preis wartet, der macht das Holz meist als Käfer- oder Windholz bzw. es wird so stark, dass es nur mit Preiszugeständnissen zu vermarkten ist. 

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Die Vorzeichen sind weit besser als im vergangenen Jahr, doch muß zu einer echten Erholung auf dem Schnittholzmarkt sicher bis 2011 bzw. 2012 gewartet werden. Qualitätssicherung hat heuer oberste Priorität. . Sicher ist, Holz liegt im Trend aus ökologischer wie auch aus ökonomischen Gründen.
Knackpunkt ist der Finanzierungswille der Branche. In Italien und anderen Ländern haben gerade die gewaltigen Schäden , die in Erdbebengebieten an den Gebäuden entstanden sind zu einem Umbruch bei den Architekten geführt. Energetische Einsparungen und Strahlenabweisung sind weitere Vorteile vom Holzbau. 

Liebe Waldbauern, wir können mit Optimismus in das heurige Jahr gehen, aber es braucht Einsatz und Engagement aller. 

Rupert Mayer, 1. Vorstand










Verbissgutachten und Waldverjüngung 

Jagd ist zum Großteil Stillstand

Unsere Arbeit für naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft geht nun jetzt schon seit fast 20 Jahren.
Wir haben hervorragende Reviere – aber auch sehr negative Reviere.
Dort muss die Jagdgenossenschaft den erforderlichen Abschuss einfordern.

Wichtig ist vor allem: Miteinander reden um Lösungen zu finden. Die allgemeinen üblichen Argumente helfen nicht, sondern wir sind es den jungen Generationen schuldig, verantwortungsbewusst zu handeln. Die prognostizierte Klimaveränderung zwingt uns zum zielorientierten Waldumbau. 
Große Kahlschläge mit Wiederaufforstung ist sicher der schlechteste Weg. Eine Risikostreuung mit einer Baumartenvielfalt, wie sie bei unseren Altbeständen noch sichtbar ist, ist hier sicher der bessere Weg. Hier kommt vor allem der Tanne eine hohe Bedeutung zu. Wir müssen weg vom traditionellen Jagdverhalten durch Rückbesinnung auf das ursprüngliches Jagdhandwerk. Entscheidend ist, die Grundeigentümer sind die alleinigen Eigentümer des Jagdrechts. Sie und nicht die Jäger haben den gesetzlichen Auftrag, die waldbaulichen und jagdlichen Zielvorgaben zu bestimmen. Der Wildbestand hat sich der Landeskultur anzupassen Und dies kann nur mit einem Miteinander von Jägern und Jagdgenossen gelingen. 

Darum bitte ich Euch dringend: 
Unsere Kinder und Enkel werden es schwer genug haben, ihr Leben zu gestalten. Wir brauchen nur die verantwortungslose Politik mit einer ruinösen Finanzwirtschaft anzuschauen.

Rupert Mayer, 1. Vorstand 



 

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