Holzmarkt

 

Rundholzpreise ziehen stark an 

 

Die aktuellen Absatzmöglichkeiten für Schnitt- und Leimholzprodukte sind weltweit sehr gut. Die Preise bewegen sich auf Rekordniveau. Grund ist die hohe Nachfrage im Bauhauptgewerbe, welches trotz oder gar wegen der Corona-Krise hohe Auftragseingänge vermeldet. Sicherlich spielen hier die historisch niedrigen Zinsen eine wichtige Rolle. Gleiches gilt für den wichtigen Export von Schnittholz in die USA.

Dementsprechend wurden die Einschnittskapazitäten in der österreichischen und mitteleuropäischen Sägeindustrie hochgefahren. Hingegen hat sich das Rundholzangebot die letzten Wochen unerwartet verringert. Starke Schneefälle erschwerten die Bereitstellung und Abfuhr aus den Schadgebieten in Mitteldeutschland. Auch in Tirol kamen die Einschlagsaktivitäten witterungsbedingt zum Erliegen. Außerdem wird in Tschechien derzeit weniger eingeschlagen als üblich und der Import von Rundholz ist schwieriger und teurer geworden. Eine kontinuierliche Versorgung durch Ganzzüge ist nicht mehr gewährleistet. So sind die Sägewerke derzeit meist unterdurchschnittlich mit Nadelsägerundholz bevorratet.

Die Attraktivität für Sägewerke, vor Ort Rundholz zu erwerben, ist dadurch sprunghaft gestiegen. Die Werke sind voll aufnahmefähig und bereitgestellte Mengen werden – sofern sie witterungsunabhängig gelagert sind – rasch abtransportiert. Die Preise liegen unerwartet bei 80 €/ m3 zzgl. MwSt. für Fixlängen beim Leitsortiment Fichte 2b B/C.

Diese Chance gilt es nun zu nutzen. Darüber hinaus sind die Einschlagskapazitäten hoch, so dass eine schnelle Abwicklung gewährleistet werden kann.

Eine lokale Holzmarkteinschätzung wird aufgrund der globalen Rundholzströme immer schwieriger. Die Rundholzpreise schwanken derart stark, dass die Forstwirtschaft mit einer längeren Bereitstellungskette Schwierigkeiten hat, prompt zu reagieren. So schnell wie die Preise steigen, können sie auch wieder fallen. Umso erfreulicher ist es, dass die Preissteigerungen von 10 €/ m3 vertraglich bis Ende März gelten, sollte keine weitere Kalamität eintreffen.

Nun liegt es an uns, die 80 €/ m3 zzgl. MwSt. für das Leitsortiment 2b B/C auch zu nutzen, bevor wir wieder einen Preisverfall in Kauf nehmen müssen. Nach wie vor gibt es Unterschiede im Preisniveau zwischen den Borkenkäferschadgebieten und unserer Region. Ein erneuter Preisrückgang im Sommer ist also aus heutiger Sicht wahrscheinlich.

Sollten Sie einen größeren Hieb planen, bitten wir um Rücksprache mit der Geschäftsstelle, um das Holz bestmöglich zu vermarkten. Die WBV steht Ihnen in Zusammenarbeit mit örtlichen Forstunternehmern und den AELF-Beratungsförstern gerne zur Seite. Auf Wunsch übernehmen wir für Sie die gesamte Abwicklung Ihres Holzeinschlages.

Der Papierholzpreis liegt konstant bei 25 €/ Rm zzgl. MwSt. Aufgrund der neuen staatlichen Fördermöglichkeiten ist die Durchforstung junger Bestände so attraktiv wie noch nie! Pflegebestände bis maximal 15 m Oberhöhe und mit mindestens 10 % Laubholz- oder Tannenanteil können wie folgt gefördert werden:

  • Fördersatz: 500 €/ ha (bei weniger als 4 Wirtschaftsbaumarten = einfache Verhältnisse)
  • Fördersatz: 700 €/ ha (ab 4 oder mehr Wirtschaftsbaumarten = schwierige Verhältnisse)
  • Zuschlag für vorheriges Auszeichen durch Forstfachpersonal (WBV): 100 €/ ha
  • Zuschlag für die systematische Anlage von Pflegepfaden: 300 €/ ha

Somit sind maximal bis zu 1.100 Euro Förderung je Hektar möglich. Zur Beantragung der Förderung ist der jeweilige Revierförster vom AELF zuständig. Die Menge zur Vermarktung beträgt optimalerweise mindestens 10 Rm, aber auch geringere Mengen können auf Sammelplätzen gelagert und gebündelt vermarktet werden.

Die Holzwerkstoffbranche kämpft weiterhin mit Absatzeinbrüchen im Möbelsektor.Zugleich übersteigt das Angebot die Nachfrage. Die Abnahmemengen beim Industriegewichtsholz, welches zwingend 3 m lang ausgehalten werden muss, sind durch unsere Langzeitverträge gewährleistet. Jedoch ist der Preis stark unter Druck geraten und liegt bei rund 45 €/ t atro zzgl. MwSt. Auch hier sollten mindestens 10 Rm pro Polter bereitgestellt werden.

Der Hackschnitzelmarkt hat sich etwas erholt. Hier liegen die Preise je nach Qualität für grüne Ware frei Waldstraße ungehackt im Schnitt bei 4 €/ Srm zzgl. MwSt. Daneben können höhere Erlöse bei besseren Qualitäten erzielt werden. Inwiefern die derzeit herrschenden niedrigen Temperaturen weitere Entspannung bringen, bleibt abzuwarten. Für die CO2-neutrale Versorgung ist der in unseren heimischen Wäldern nachwachsende Rohstoff Holz in Form von Hackschnitzeln auf jeden Fall die ideale Wahl.

Der Laubholzeinschlag ist im vollen Gange. Die Eiche bleibt die am stärksten nachgefragte Laubholzart. Dementsprechend stellt sie auch heuer wieder die Hauptmenge bei der diesjährigen Wertholzsubmission in Waging dar. Beim Laubstammholz können je nach Stärkeklasse Erlöse bis zu 260 €/ fm für Eiche (B-Ware) und bis zu 90 €/ fm für Buche (B‑Ware) erzielt werden. Die Esche und Erle erreichen je nach Stärkeklasse Erlöse von bis zu 73 €/ fm (B/C-Ware). Auch Pappeln können wieder vermarktet werden. Die Nachfrage nach Ahorn ist derzeit gering.

Das zum Verkauf dargebotene Laubstammholz ist bis spätestens Anfang März bei der WBV zu melden. Eine Ausnahme besteht für Eichen. Diese können das ganze Jahr über vermarktet werden. Bitte achten Sie bei der Auswahl der Lagerplätze darauf, dass der Abtransport teilweise erst einige Monate nach dem Verkauf des Holzes stattfinden kann, da das zuständige Laubholzwerk die Abfuhr selbst organisiert und wir darauf keinen Einfluss haben. 

Alexander Graßl

 


 

 

   

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