Öffentlichkeitsarbeit

 

 

Der Wald im Wasserburger Land - eine Statusaufnahme

 

Im Sommer 2019 fand der erste Waldbegang mit dem neuen 1. Vorstand der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag Herrn Freiherr Ortholf von Crailsheim in von Dürre, Borkenkäfer und Schneebruch geschädigten Wäldern statt. Gemeinsam mit Marius Benner, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim, sowie Herrn Alexander Graßl von der WBV, wurden Wälder auf dem Gebiet von Schloss Amerang begutachtet und vor Ort der lokalen Presse erklärt, warum sich der Wald momentan in einem dramatischen Krise befindet. Denn durch den Klimawandel bedingte Schadereignisse, wie Sturm und Käfer, trafen die lokale Forstwirtschaft in den vergangenen Jahren besonders schwer.

 

Genau das stellt Waldbesitzer wie Herrn Freiherr von Crailsheim vor die Herausforderung zukunftsgerechte Wälder zu etablieren. Die Suche nach geeigneten Baumarten gestaltet sich jedoch schwierig, denn wer kann mit Sicherheit sagen welche Baumarten in 100 Jahren die richtige für den Standort ist und von der Holzindustrie gleichermaßen gefragt ist. Klar ist, Fichtenreinbestände wie sie Jahrzehntelang das Bild heimischer Wälder prägten gehören der Vergangenheit an. Gut beraten ist, wer auf eine Mischung aus Nadel- und Laubbaumarten setzt und sich damit flexibler für eine wandelnde Zukunft aufstellt, da ist sich Herr Freiherr Ortholf von Crailsheim sicher. Doch welche Baumarten werden in Zukunft in der Region des Rosenheimer Stammbeckens konkret geeignet sein? Forscher wagen zur Beantwortung dieser Frage einen Blick bis in die vergangene Eiszeit. Anbauversuche widmen sich neben der Douglasie auch der Walnuss, Esskastanie und Baumhasel.

 

Momentan mischt sich unter die Waldbesitzer jedoch auch eine andere Art der Verzweiflung. Denn die Kosten für die Aufarbeitung von Borkenkäferholz übersteigen oft die Erlöse und das trotz überdurchschnittlich hoher finanzieller Unterstützung durch den Freistaat Bayern. Ein Draufzahlgeschäft das zu einer nachvollziehbaren Resignation führen kann. Dennoch fühlen sich die allermeisten Waldbesitzer ihrem Wald im Rahmen des Generationenvertrages besonders stark verpflichtet, bestätigt auch Herr Benner. Eine zunehmende Priorisierung des Waldes seitens der Politik wäre angesichts seiner vielseitigen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen mehr als wünschenswert. Denn wie heute der Wald betreut und bewirtschaftet wird entscheidet ganz maßgeblich darüber in wie weit dieser die notwendigen Waldfunktionen in Zukunft überhaupt noch realisieren kann. Auch Herr Freiherr Ortholf von Crailsheim findet, das bezüglich der staatlichen Förderungen im Kampf gegen den Borkenkäfer noch deutlich „Luft nach oben“ ist.

 

Die Waldbesitzervereinigung betonte bei dem Waldbegang darüber hinaus wie wichtig die Rolle der Jagd für die Begründung junger Wälder ist. Denn vor allem für die Aufzucht der Tanne bedarf es angepasster Wildbestände. Die Verbisssituation vor Ort zeige jedoch viel zu oft, dass auch die an Vegetationsgutachten erstellten Abschusspläne nicht ausreichen um den lokalen Erfordernissen gerecht zu werden. Nicht nur neue Baumarten, sondern auch neue gesellschaftspolitische Ansichten braucht der Waldumbau um langfristig zum Erfolg zu führen, findet der neue WBV-Vorsitzende.

Zusätzliche Informationen

Zur Leistungserbringung, Personalisierung von Werbung sowie zu Besucherzahlanalysezwecken werden von dieser Webseite Cookie-Dateien verwendet. Mit der Nutzung dieses Webs akzeptieren Sie die Regeln zur Nutzung von Cookies.